Mechanische Bearbeitung
- Ausstanzungen und spezielle Ausschnitte
- Bohrungen und Durchbrüche
- Biegen und Formen
- Entgraten der Schnittkanten
Leistungen
Werkzeug, Extrusion, Nachbearbeitung und Kennzeichnung kommen aus einer Hand. Das verkürzt Abstimmungswege und macht das Ergebnis wiederholbar.
01 — Profilextrusion
In der Extrusion wird aufgeschmolzener Kunststoff kontinuierlich durch ein Werkzeug gedrückt, das genau Ihren Querschnitt abbildet. Danach wird das Profil kalibriert, gekühlt, abgezogen und auf Länge gebracht. Weil das Werkzeug den Querschnitt bestimmt, sind wir bei der Geometrie sehr frei – auch bei mehreren Kammern, dünnen Stegen oder asymmetrischen Formen.
02 — Co-Extrusion
Bei der Co-Extrusion laufen zwei Materialströme gleichzeitig durch ein gemeinsames Werkzeug und verbinden sich noch in der Schmelze. So entsteht ein Profil, das an einer Stelle formstabil trägt und an der anderen weich dichtet – ohne Kleber, ohne zweiten Montageschritt, ohne Fuge, die sich später löst.
03 — Endbearbeitung & Konfektionierung
Endlosware ist selten das, was direkt in die Montage geht. Zusätzlich zur Ablängung bieten wir Bearbeitungsschritte, die direkt an den Extrusionsprozess angeschlossen oder nachgelagert durchgeführt werden – damit Ihre Profile montagebereit ankommen und Ihre eigene Durchlaufzeit kürzer wird.
Endlosware ist selten das, was in der Fertigung gebraucht wird. Wir übernehmen die Schritte, die sonst bei Ihnen anfallen würden.
04 — Profilentwicklung & Werkstoffe
Ein präzises Profil beginnt nicht an der Extrusionslinie, sondern am Reißbrett. Vom ersten Querschnittsgedanken bis zum freigegebenen Muster läuft die gesamte Prozesskette aus einer Hand: Werkzeugkonzept, Abstimmung, Beschaffung, Erstbemusterung, Korrektur und langfristige Pflege.
Präzisionsmatrize und Kalibrierhülse arbeiten zusammen — die Hülse passt den Querschnitt direkt nach dem Werkzeugaustritt an und wird bei geometrischen Änderungen neu abgestimmt. Beides läuft über dieselbe Hand.
Grundform wählen, jeden Steg und Schenkel einzeln einstellen und sofort sehen, welche Querschnittsfläche und welches Gewicht je Meter dabei herauskommen – für jeden Werkstoff aus unserer Liste.
Der Unterschied liegt im Aufbau der Molekülketten. Er entscheidet darüber, ob ein Profil seine Form hält oder ob es nachgibt und zurückfedert.
Unvernetzte Molekülketten, die beim Erwärmen gleiten können. Das Material ist formstabil, gut maßhaltig und lässt sich sauber schweißen und kleben.
Verknüpfte Ketten, die sich dehnen und wieder zurückstellen. Das Profil gibt unter Last nach und dichtet dauerhaft ab.
Damit wir den passenden Werkstoff vorschlagen können, hilft es, wenn wir diese Punkte kennen. Vieles davon ergibt sich aus der Einbausituation – eine grobe Angabe reicht für den Anfang.
| Kriterium | Worum es geht | Was uns hilft |
|---|---|---|
| Temperatur | Dauer- und Spitzentemperatur im Einsatz | Ungefährer Bereich in °C |
| Medien | Kontakt mit Öl, Reinigern, Lösemitteln | Womit das Profil in Berührung kommt |
| Witterung | UV-Strahlung, Feuchte, Frost | Innen- oder Außeneinsatz |
| Mechanik | Dauerlast, Rückstellung, Abrieb | Wird geklemmt, gedrückt oder bewegt? |
| Härte | Shore-Härte des weichen Anteils | Vorgabe oder Vergleichsmuster |
| Optik | Farbe, Glanzgrad, Transparenz | RAL-Ton oder Farbmuster |
| Vorgaben | Brandschutz, Zulassungen, Normen | Geforderte Norm oder Prüfung |
Konkret verarbeiten wir alle in der Extrusion gängigen Thermoplaste und thermoplastischen Elastomere. Unsere Rohstoffe beziehen wir aus deutschen Werken, beschafft nach EU-Normen. Eine Auswahl der Werkstofffamilien, mit denen wir regelmäßig arbeiten:
| Werkstoff | Typischer Einsatz im Profil |
|---|---|
| Hart-PVC (PVC-U) | Formstabile, witterungsbeständige Profile |
| Weich-PVC (PVC-P) | Flexible Dicht- und Abdeckprofile |
| PP (Polypropylen) | Leicht, chemikalienbeständig, belastbare Lebendgelenke |
| PE (Polyethylen) | Zäh, feuchtigkeits- und chemikalienbeständig |
| ABS | Schlagzäh, gut bedruck- und lackierbar |
| TPE (thermoplastisches Elastomer) | Dichtend, dämpfend, oft in Co-Extrusion mit Hartkomponente |
| TPU (thermoplastisches Polyurethan) | Sehr abriebfest und elastisch für stark beanspruchte Dichtungen |
| EVA | Weich und dämpfend für Polster- und Dichtprofile |
| PC (Polycarbonat) | Hochtransparent und schlagzäh für Sichtscheiben und Abdeckungen |
| ASA | Witterungs- und UV-beständig, farbstabil im Außeneinsatz |
| PMMA | Glasklar transparent, kratzfest, hoher Glanz für Sichtteile |
| PMMA Flex | Flexibles, weichmacherfreies PMMA – transparent und trotzdem biegsam |
Diese Liste ist eine Auswahl, keine Begrenzung. Fehlt Ihr Werkstoff, fragen Sie einfach nach – oft lässt sich ein vergleichbares Material extrudieren, auch wenn es hier nicht steht.
Bei allen Werkstoffen oben prüfen wir auf Wunsch auch den Einsatz von Rezyklat statt Neuware – wo Anwendung und Anforderung es zulassen. Wie wir das handhaben und wo die Grenzen liegen, steht im Abschnitt Werkstoff im Kreislauf.
Welcher Werkstoff sich in der Praxis bewährt, hängt stark von der Anwendung ab – Beispiele aus Fenster- und Türbeschlagtechnik, Elektrotechnik, Fahrzeugbau und weiteren Branchen finden Sie unter Anwendungen für Kunststoffprofile.
Wie schwer ein Profil je Meter wird, können Sie für jeden dieser Werkstoffe im Profil-Konfigurator selbst durchrechnen.
Eingefärbt wird über Masterbatch direkt im Prozess, nicht nachträglich lackiert. Der Farbton sitzt damit im Werkstoff und bleibt auch dann erhalten, wenn das Profil beim Zuschnitt angeschnitten wird.
Der Geltungsbereich unserer Zertifizierung ist genau das, was hier beschrieben ist: Extrusion und Coextrusion von technischen Kunststoffprofilen und Halbzeugen. Zertifikat ansehen
05 — Nachhaltigkeit
Anfahr-, Rand- und Restmaterial aus der eigenen Fertigung landet bei uns nicht im Abfall: Es wird gemahlen und als Rezyklat wieder in die Produktion gegeben. Darüber hinaus verarbeiten wir – wo Werkstoffanforderung und Anwendung es zulassen – auch zugekauftes Rezyklat bis hin zu Profilen aus reinem Rezyklat.
Nicht jede Anwendung lässt Rezyklat zu – enge Toleranzen, optische Vorgaben oder Zulassungen erfordern mitunter Neuware. Wir klären das offen im Gespräch, statt pauschal zu versprechen, was der Werkstoff im Einzelfall nicht halten kann.
Genau das prüfen wir vorab – oft lässt sich mit einer kleinen Änderung am Profil viel Werkzeugaufwand sparen. Fragen kostet nichts.