Fachbeitrag
Straße von Hormus: Was die Blockade für Rohstoff- und Energiepreise bedeutet
Als Reaktion auf den Krieg zwischen USA und Iran hat der Iran die Straße von Hormus blockiert. Was das für Rohstoff- und Energiepreise bedeutet.

Am 28. Februar 2026 haben die USA und Israel Luftschläge gegen den Iran geflogen, seither herrscht in der Region ein bewaffneter Konflikt. Als Reaktion hat der Iran in den vergangenen Tagen mehrfach mit der Sperrung der Straße von Hormus gedroht und sie zeitweise bereits blockiert. Wie lange die Blockade anhält und wie weit sich der Konflikt ausweitet, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt seriös nicht vorhersagen – für uns als Kunststoffverarbeiter ist aber schon jetzt absehbar, dass sich das auf die Rohstoffversorgung auswirken wird.
Warum das für die Kunststoffverarbeitung relevant ist
Durch die Straße von Hormus läuft nach Schätzungen rund ein Fünftel des weltweiten Energiehandels. PVC, der wichtigste Werkstoff für viele unserer Profile, entsteht am Ende einer Kette, die bei Erdöl oder Erdgas beginnt. Wird diese Kette an einem zentralen Nadelöhr unsicherer, wirkt sich das über kurz oder lang auf die Rohstoffpreise der gesamten Kunststoffindustrie aus – nicht nur auf Kraftstoffe an der Tankstelle.
Was sich an den Rohstoffmärkten bereits zeigt
Erste Marktreaktionen sind bereits sichtbar: Die Notierungen für Polyethylen- Primärware sind seit Kriegsbeginn spürbar angezogen, nach Marktberichten der Fachpresse (u. a. K-Zeitung) von rund 1.150 EUR/t vor Kriegsbeginn auf inzwischen deutlich höhere Werte. Wie sich die Lage bei Weichmachern, anderen Additiven und beim Regranulat weiterentwickelt, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilen. Wir beobachten den Markt engmaschig und werden an dieser Stelle berichten, sobald sich die Lage klarer abzeichnet.
Was das für eine laufende Anfrage bedeutet
Für Sie als Auftraggeber heißt das vor allem eines: Rohstoffpreise sind derzeit kurzfristiger zu betrachten als in ruhigeren Marktphasen. Bei Serien mit längerem Planungshorizont lohnt es sich, Preisbindungsfenster und Lieferfristen explizit zu besprechen, statt sie stillschweigend vorauszusetzen. Sprechen Sie uns bei laufenden oder anstehenden Anfragen gezielt darauf an – wir sagen Ihnen, wie sich die aktuelle Lage auf Ihr konkretes Profil auswirkt.
Quellen: Marktberichterstattung der K-Zeitung sowie internationale Nachrichtenagenturen zur Lage im Nahen Osten, Stand Anfang März 2026.
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