Fachbeitrag
Insolvenzwelle in der Kunststoffbranche: Was das für Ihre Lieferantenwahl bedeutet
In den vergangenen Wochen mehren sich Insolvenzmeldungen aus der Kunststoffbranche. Erste Beispiele und drei Fragen zur Lieferantenwahl.

Seit Ende Februar 2026 belasten der Krieg zwischen den USA und dem Iran sowie die zeitweise Blockade der Straße von Hormus die Rohstoff- und Energiepreise spürbar (siehe unsere Beiträge dazu). Einzelne Insolvenzmeldungen aus der Kunststoffbranche lassen sich bereits direkt darauf zurückführen: Leuna-Polyamid GmbH etwa nannte in ihrem Insolvenzantrag ausdrücklich die durch die aktuellen geopolitischen Ereignisse stark gestiegenen Rohstoffpreise als Auslöser.
Erste Beispiele
Anfang Februar – und damit noch vor Kriegsbeginn – wurden bereits die Insolvenzverfahren der Linden Plastics Manufacturing GmbH und der SMK Plastic Manufacturing GmbH eröffnet. Zu diesem frühen Zeitpunkt vermutlich noch unabhängig von der aktuellen Marktlage, zeigen diese Fälle aber, wie angespannt die Lage in Teilen der Branche bereits vor Kriegsbeginn war – ein Klima, in dem ein zusätzlicher Kostensprung bei den Rohstoffen schnell zum Problem wird. Zu den einzelnen Ursachen dieser konkreten Verfahren liegen uns keine belastbaren Informationen vor; wir zitieren sie hier ausschließlich als Beleg für die angespannte Ausgangslage, nicht als Werturteil über die betroffenen Unternehmen.
Warum das für Sie als Auftraggeber relevant ist
Ein insolventes Unternehmen kann von einem Tag auf den anderen nicht mehr liefern – unabhängig davon, wie gut die bisherige Zusammenarbeit lief. Bei einem laufenden Serienprofil bedeutet das im schlechtesten Fall: neues Werkzeug, neue Bemusterung, neue Anlaufzeit bei einem anderen Anbieter. Drei Fragen helfen bei der Einschätzung eines (neuen oder bestehenden) Lieferanten in der aktuellen Marktphase:
- Wie lange ist der Betrieb schon am Markt, und in welcher Rechtsform? Eine lange Historie ersetzt keine Bonitätsprüfung, ist aber ein Indiz.
- Wo und wie wird das Werkzeug verwahrt? Bleibt es beim Verarbeiter eingelagert oder haben Sie im Zweifel selbst Zugriff darauf?
- Wie transparent ist die Kommunikation bei Lieferrisiken? Ein Anbieter, der Engpässe frühzeitig anspricht, ist in der Regel auch derjenige, der sie aktiv managt.
Wir sind seit über 30 Jahren als Extrusionsbetrieb in Oberhausen tätig, nach ISO 9001:2015 zertifiziert und legen Werkzeuge für unsere Kunden dauerhaft ein – auch das ist am Ende eine Antwort auf die Frage nach Planungssicherheit in einer volatilen Marktphase. Wir beobachten die Entwicklung weiter und berichten an dieser Stelle, sollte sich die Lage zuspitzen.
Quellen: laufende Insolvenzmeldungen von KunststoffWeb und Plasticker, Stand Anfang April 2026.
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