Fachbeitrag
Nahost-Konflikt und Lieferketten: Was Kunststoffverarbeiter aktuell beachten sollten
Seit dem 28. Februar 2026 führen die USA und Israel Krieg gegen den Iran. Was der Konflikt für Lieferketten der Kunststoffverarbeitung bedeuten könnte.

Seit dem 28. Februar 2026 führen die USA und Israel Krieg gegen den Iran und dessen regionale Verbündete. Als unmittelbare Reaktion hat der Iran mit der Sperrung der Straße von Hormus gedroht und sie zeitweise blockiert (siehe unseren Beitrag zur Lage an der Straße von Hormus). Ein Krieg dieser Größenordnung in einer für den Welthandel zentralen Region betrifft uns als Kunststoffverarbeiter nicht nur über die Nachrichten, sondern sehr konkret über unsere Lieferketten.
Was sich schon jetzt abzeichnet
- Transportwege. Reedereien kalkulieren nach ersten Berichten bereits Risikoaufschläge ein oder meiden einzelne Routen. Wie stark sich das in den Frachtraten niederschlägt, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen.
- Vorprodukte. Einzelne europäische Rohstofferzeuger prüfen nach eigenen Angaben ihre Lieferfähigkeit. Ob es zu förmlichen Force-Majeure-Erklärungen kommt, ist zum jetzigen Zeitpunkt offen.
- Planungssicherheit. Sollten sich Lieferzeiten und Preise kurzfristig verschieben, wird jede Zusage entlang der Kette unsicherer – auch für Bauteile, die selbst nichts mit Erdöl zu tun haben, aber Additive oder Verpackung aus betroffenen Segmenten enthalten.
Wie wir damit umgehen
Ein einzelnes Unternehmen unserer Größe kann eine geopolitische Lage nicht beeinflussen. Wir können aber dafür sorgen, dass Sie als Kunde nicht überrascht werden:
- Wir kommunizieren Lieferrisiken, sobald wir selbst davon erfahren, statt sie erst bei Terminüberschreitung zu erwähnen.
- Bei Werkstoffen mit besonders volatiler Versorgungslage sprechen wir aktiv Alternativen an, wo eine gleichwertige technische Lösung möglich ist.
- Laufende Serien behandeln wir bevorzugt planbar – Rahmenvereinbarungen mit klar vereinbarten Bestell- und Lieferfenstern reduzieren das Risiko kurzfristiger Engpässe spürbar.
Was Sie als Einkäufer jetzt tun können
Fragen Sie bei neuen Projekten frühzeitig nach der Verfügbarkeit des vorgesehenen Werkstoffs, statt sie erst kurz vor dem geplanten Serienstart zu klären. Wer jetzt mit etwas mehr Vorlauf plant, gewinnt in einer volatilen Marktphase den größten Puffer.
Quellen: internationale Nachrichtenagenturen zur Lage im Nahen Osten sowie Marktberichterstattung der K-Zeitung, Stand Anfang März 2026.
- Lieferkette
- Rohstoffe
- Beschaffung
- Marktlage