Fachbeitrag

Kunststoffmarkt Ende September 2026: Preise geben nach, der Oktober dreht

AS Kunststoffprofile GmbH Lesezeit etwa 3 Minuten

Im September sind die Preise für Standardkunststoffe gesunken, im Oktober zeichnet sich die Wende ab. Dazu prüft die EU Zölle auf PVC-Importe.

Kunststoffgranulat in einem offenen Oktabin im Rohstofflager, dahinter weitere Behälter auf Paletten, kühles Hallenlicht
Gut gefüllte Lager drücken im September die Preise. Für Oktober rechnet der Markt mit steigenden Kosten.

Der September hat den Kunststoffmarkt nicht belebt, sondern entlastet. Die Preise für Standardkunststoffe sind gesunken, weil die Nachfrage nach den Sommerferien schwächer anzog als erwartet. Für den Oktober deuten die Kosten aber in die andere Richtung. Wer Profile für 2027 plant, sollte drei Entwicklungen kennen.

September: Abschläge bei allen Standardkunststoffen

Anfang September gaben die Preise für Polyethylen, Polypropylen, PVC und Polystyrol durchweg nach. Die Erzeuger hatten bei den Polyolefinen zunächst sogar Aufschläge versucht, konnten sie aber nicht durchsetzen. Der Grund ist ein Markt mit mehr Angebot als Bedarf: Viele Hersteller sitzen nach dem schwachen August auf vollen Lagern, dazu kommen Importe aus Nordamerika und Asien. Viele Verarbeiter bestellen nur das Nötigste. [1]

Bei den Rezyklaten sieht es ähnlich aus. Die Recycler mussten bei den meisten Typen erneut nachgeben, ihre Anlagen liefen europaweit nicht unter Volllast. [2]

Das korrigiert das Bild vom Frühsommer. Die Knappheit bei Polyethylen und Polypropylen, die nach der Eskalation am Persischen Golf im Frühjahr die Preise getrieben hat, ist vorerst vorbei.

Oktober: Die Kosten sprechen gegen weiter fallende Preise

Für den Oktober ist die Richtung eine andere. Naphtha, der wichtigste Ausgangsstoff der europäischen Cracker, hat Anfang September deutlich angezogen. Die Lage an der Straße von Hormus und neue Angriffe im Roten Meer halten die Risikoprämie beim Rohöl hoch. Die Analysten von Kunststoff Information sehen deshalb kaum Spielraum für gleichbleibende Preise im Oktober. [3]

Auch am Spotmarkt wird mit steigenden Notierungen gerechnet. Zwischen Mitte August und Mitte September schwankten die Preise für Polyethylen und Polypropylen dort nur leicht. Seitdem füllen sich die Auftragsbücher vieler Verarbeiter wieder, und die Logistik bleibt angespannt. [4] Der Rhein führt weiter wenig Wasser, vor dem Panamakanal stauen sich die Schiffe. [5]

PVC: EU prüft Zölle auf Importe

Für PVC kommt eine zweite Entwicklung hinzu. Die EU-Kommission hat eine Anti-Dumping-Untersuchung gegen Importe von Suspensions-PVC aus China, Südkorea, Taiwan und Mexiko eingeleitet. Beantragt haben das drei europäische Erzeuger. Nach Eurostat-Daten haben sich die PVC-Importe in die EU zwischen 2021 und 2025 auf rund 400.000 Tonnen verdoppelt. Vorläufige Maßnahmen werden für April 2027 erwartet, endgültige Zölle bis Ende September 2027. Die Importe sollen vorher registriert werden, damit Zölle auch rückwirkend erhoben werden können. [6]

Schon heute verweisen die PVC-Erzeuger auf gestiegene Energiekosten, einige erwägen Sonderaufschläge. [1] Kurzfristig ändert die Untersuchung wenig. Mittelfristig kann sie das Angebot in Europa verknappen, weil ein Teil der Importware teurer wird.

Die Branche: Die Stimmung hellt sich auf, nur nicht bei uns

Die deutsche Wirtschaft blickt zuversichtlicher nach vorn. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im September zum fünften Mal in Folge. Bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren ging er dagegen zurück: Die Erwartungen verbesserten sich leicht, die aktuelle Lage bewerten die Betriebe aber deutlich schlechter als im August. [7]

Was das für Ihre Profile bedeutet

  • Jahresmengen für 2027 jetzt besprechen. Der Markt ist im September gut versorgt, die Richtung für den Herbst zeigt nach oben. Wer seinen Bedarf früh nennt, gibt uns Zeit, Material und Fertigung zu planen.
  • PVC bleibt die planbare Basis, mit einem Fragezeichen für 2027. Ob und wann Zölle kommen, entscheidet sich im Frühjahr. Bei Profilen mit Werkstofffreiheit prüfen wir gern, ob TPE oder ein Polyolefin eine sinnvolle Alternative ist.
  • Standardprogramm und Fertigung nach Zeichnung. Rundschnur, PE-Schaum-Rundschnur und Flachprofile sind kurzfristig lieferbar, ohne Werkzeugkosten. Für alles, was es so noch nicht gibt, fertigen wir nach Ihrer Zeichnung in Serie. Sie möchten wissen, was die Lage für ein konkretes Profil bedeutet? Schicken Sie uns Zeichnung und Jahresmenge, wir melden uns mit einer Einschätzung.

Quellen

  1. Kunststoff Information (KI), „Standard-Thermoplaste Trend September 2026“, 14.09.2026
  2. Kunststoff Information (KI), „Standard-Regranulate September 2026“, 16.09.2026
  3. Kunststoff Information (KI), Polymerpreise Forecasts, „Hormus-Eskalation verschärft Risiko steigender Preise“, 14.09.2026
  4. Kunststoff Information (KI), Spotpreis-Monitor, 22.09.2026
  5. Kunststoff Information (KI), Logistik, 24.09.2026
  6. Kunststoff Information (KI), „PVC: EU beginnt mit Anti-Dumping-Untersuchung“, 25.09.2026, mit Daten von Eurostat
  7. ifo Institut, Geschäftsklima Deutschland September 2026, berichtet von Kunststoff Information, 25.09.2026
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